Schon lange vor der Veröffentlichung von Tomb Raider wurde nicht mit Kritik gespart: Das Spiel soll wegen den vielen Schießereien zu einem Survival-Call of Duty verkommen sein. Außerdem soll die Heldin im Spiel, Lara Croft, viel zu viel herumjammern.

Diesen Vorurteilen gehen wir heute in unserem Test zum Serien-Reboot Tomb Raider auf den Grund. Ist es ein echtes Tomb Raider aus den vergangenen Glanzzeiten? Das alles klären wir in unserem schonungslosen Test.

 

 

 

Story (Tomb Raider)

 

 

In diesem Serien-Neuanfang wird erzählt, wie aus der 21-jährigen Archäologiestudentin Lara Croft, die heute so taffe Spieleheldin wurde. Zu Beginn der Geschichte sitzt unsere Lara in ihrer Kajüte auf dem Forschungsschiff Endurance. Als das Forschungsteam im berühmtberüchtigten Drachen-Dreieck ankommt (vergleichbar mit dem Bermudadreieck der USA) trifft das Schiff ein schwerer Sturm und beschädigt es so schwer, dass es sinkt. Lara und andere Überlebende der Forschungscrew können Tomb Raider - Screenshotsich auf die naheliegende Insel Yamatei retten. Lara Croft wird daraufhin von einem Solarii (Anhänger der Sekte rund um die Sonnengöttin) entführt, gefesselt und in deren Vorratskammer gehängt. Sie schafft es sich zu befreien, wird aber von einer Eisenstange seitlich aufgespießt. Aber wir gehen trotzdem gleich weiter, auch wenn Lara ein wenig jammert. Wir finden unsere erste Waffe: einen Bogen. Mit genau diesem geht es gleich auf die Jagd. Wir brauchen ja immerhin was zu essen, um zu überleben. Wir finden auch unsere erste Feuerstelle, was zeitgleich als Tageslager gilt.

Wir können dank Schnellreise-Funktion zu jedem bereits besuchten Tageslager reisen, um etwa Gräber zu plündern, die wir beim ersten Besuch aufgrund fehlender Ausrüstung nicht betreten konnten. Lara findet im weiteren Verlauf der Geschichte wieder die anderen Überlebenden, die jedoch auf mysteriöse Weise wieder verschwinden. Auf der ganzen Insel wimmelt es nur von schwer bewaffneten Söldnern, die Anhänger der Solarii-Sekte sind. Was wir allerdings ein wenig schade finden: Crystal Dynamics will zwar Laras Veränderung von der verängstigten Archäologiestudentin zur knallharten Kampfmaschine gut erzählen, scheitert aber unserer Meinung. Zu Beginn jammert Lara noch: „Ich musste sie alle töten“, nur ein Stückchen später im Spiel wird unsere Lara zum Urwald-Terminator: „Ja, lauft nur alle. Ich krieg euch trotzdem!“

 

 

 

 

Spielumfang (Tomb Raider)

 

 

Die Insel, die wir nacheinander immer mehr erforschen, ist riesig. In der Geschichte wechseln sich offene Level in der Regel mit einem Schlauchlevel ab. Wenn wir etwa zu einem neuen großen Level vorstoßen gelangen wir oft nur durch enge felsige Tomb Raider - ScreenshotSchluchten oder einer Höhle dorthin. Aber auch diese Schlauchlevels werden sehr stimmungsvoll umgesetzt. Auch wenn im neuesten Serienableger das Erforschen von Gräbern stark in den Hintergrund gerät, gibts dennoch viel zu entdecken: Höhlen und Gräber laden zum Erkunden und plündern ein, haufenweise Artefakte, Tagebücher, Geo Cache USB-Sticks liegen in der Spielwelt herum. Auch gibts viel zu klettern. Wir können komplette Bäume erklimmen, um anschließend die atemberaubende Aussicht von einer Plattform ganz oben in der Baumkrone zu genießen. Die optionalen Gräber zu plündern macht aber am meisten Spaß. Wir müssen wie in der alten Schule clevere Physikrätsel lösen, um an unseren Schatz (Bergungsteile) zu kommen. Wir müssen zum Beispiel einen Gitterkorb mit vollen Kanistern beschweren, damit er absinkt. Danach entfernen wir wieder einen, laufen schnell zur Rampe und springen noch in letzter Sekunde auf die hinaufsausenden Plattform. Wobei die Rätsel auch nicht besonders schwer sind, unserer Meinung genau richtig. Es kommt niemals Ernüchterung beim Lösen der besagten Physikrätsel auf. Oft ist nur richtiges Timing wichtig.

 

Die schon genannten Bergungsteile finden wir überall auf der Insel verstreut. Die meisten sind natürlich in den Gräbern versteckt. Mit diesen Teilen können wir unser Werkzeug, aber auch unsere Tomb Raider - ScreenshotWaffen immer weiter modifizieren. Durch die Erfahrungspunkte im Spiel wiederum erhalten wir nach dem Erfüllen einer bestimmten XP-Grenze einen neuen Fähigkeitspunkt, mit dem wir unser Können (zum Beispiel schnelleres Nachladen von Pistolen oder schmutzige Nahkampftricks) stetig verbessern können. Um aber die Fähigkeitspunkte einsetzen oder unsere Waffe verbessern zu können brauchen wir ein Lagerfeuer. Denn nur dort können wir unser Talentesystem und unsere Waffen verbessern. Dieses Lagerfeuer, oder auch Tageslager genannt bietet auch eine Schnellreise-Funktion. Wie schon oben erwähnt können wir mit dieser früher besuchte Spielabschnitte neu erkunden.

 

 

 

 

Multiplayer (Tomb Raider)

 

 

Wie auch bei anderen aktuellen Spielen üblich, hat auch Tomb Raider erstmals einen Mehrspieler-Teil. In den vier verschiedenen Spielmodi kämpfen die Überlebenden und die Solarii gegeneinander. Das Leveldesign der verschiedenen Karten ist durchaus sehr gelungen. In „Rettung“ müssen die Überlebenden Medipacks sammeln und diese an den Zielort der jeweiligen Karte bringen. Die Solarii wiederum müssen dies im Nahkampf verhindern. Der klassische Team-Deathmatch Modus Tomb Raider - Screenshotbietet hingegen nichts neues. Wer die meisten Punkte in der Spielerliste sammelt gewinnt. In „Schrei um Hilfe“ müssen die Überlebenden Funksender aktivieren, um Hilfe herbei zu holen und dabei aufpassen, dass die Batterien nicht in die Hände der Solarii fallen. Im freien Wettbewerb besteht das einzige Ziel darin, möglichst viele gegnerische Spieler zu töten um nicht selbst zu sterben. Natürlich werden wieder fleißig Erfahrungspunkte gesammelt, mit denen wir im Spielerranking aufsteigen. Bis zu 60 Levels gibts zum freischalten.

Wir können auch verschiedene Überlebende aus der Kampagne als Spielfigur auswählen. Mit bestimmten erreichten Stufen und Bergungsteile können wir uns neue Waffen und Charaktere kaufen. Lara Croft ist übrigens erst ab Level 60 freischaltbar. Bei unserem Test des Mulitplayer-Parts vom Tomb Raider (07.03.2013) war nicht unbedingt viel auf den Servern los. Vielleicht ändert sich das noch.

 

 

 

Technik (Tomb Raider)

 

 

In Sachen Technik hat das Entwicklerteam von Crystal Dynamics ganze Arbeit geleistet. Das Leveldesign der jeweiligen Inselabschnitte ist sehr gut gelungen. Von den zerklüfteten Küstenregionen, über verlassene Barackenstädte, tiefsten Tomb Raider - ScreenshotWald, bis hin zu den gut designten Gräbern. Alles Eins A. Für Besitzer von AMD Grafikgarten gibts noch ein Zusatzfeature: Mit der TressFX-Technik werden Lara’s im Wind wehende Haare besonders realistisch dargestellt. Besitzer von GeForce-Karten gucken bei diesem Feature in die Röhre. Apropos GeForce: Viele Besitzer klagen über einbrechende Frames, Grafikfehlern und Abstürzen des Spiels. In unserem Test mit einer GeForce Grafikkarte sind uns besonders die einbrechenden Frames (vor allem in hektischen Gefechten) und Grafikfehler negativ aufgefallen. Abstürze sind bei uns nicht aufgetreten. Crystal arbeitet bereits in Zusammenarbeit mit dem Hersteller Nvidia an der Behebung. Abgesehen von den hoffentlich bald behobenen Fehlern überrascht Tomb Raider mit einer eindrucksvollen Beleuchtung und tollen DirectX 11 Extras.

 

Soundtechnisch ist auch alles tip top: An geschichtsrelevanten Stellen des Spiels genießen wir den fabelhaften Soundtrack von Tomb Raider. Wir fühlen uns wie in einem richtigen Kinofilm reingezogen.

 

 

 

 

Fazit (Tomb Raider)

 

 

Tomb Raider ist ein würdiger Reboot der Serie. Crystal Dynamics hat viele Sachen richtig gemacht. Nur: Uns hätten mehr Rätseleinlagen und Kletterei gefallen, als die sehr häufigen brachialen Gefechte zwischen Lara Croft und den Tomb Raider - ScreenshotSolarii. Die Gefechte sind sehr eindrucksvoll inszeniert. An so manchen Stellen, vor allem bei Explosionen, stellt selbst Tomb Raider andere Spielegrößen in den Schatten.

Fans der ersten Stunde müssen zwar einige Neuerungen und Abstriche bei früheren Features machen, erhalten aber ein erstklassiges Abenteuerspiel der Marke Tomb Raider. Das im Vorfeld von anderen Medien stark kritisierte Gejammere von Lara fällt uns persönlich nicht so negativ auf.

 

 

Bewertung: 9 von 10 Punkten

 

 

 

 

Was ist gut? Was ist zu verbessern?

 

Positiv atmosphärische Spielwelt
Positiv sehr gut erzählte Geschichte
Positiv gute deutsche Synchronisation
Positiv toll inszenierte Gefechte mit tollen Effekten
Positiv gutes Talentesystem
Positiv soundtechnisch gut gelungen
Positiv gute Grafik…

 

Negativ …derzeit aber Probleme bei GeForce Karten (Stand: 10.03.2013)
Negativ die Veränderung Laras zur Kampfmaschine hätte besser erzählt werden

 

 

 

 

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