In unserem ersten Test im neuen Jahr berichten wir über den Xbox One-exklusiv-Titel schlechthin. Das Spiel Ryse – Son of Rome wurde in der Fachpresse quasi zerrissen. Das Spiel soll nichts Neues bieten. Die Levels sind immer gleich aufgebaut. Und das Spiel soll zu sehr linear sein. Das alleine schon ist ein Grund für uns das Spiel auf Herz und Nieren zu testen.

Was kann der Xbox One Launch-Titel? Dies und mehr klären wir heute in diesem Test.

 

 

Marius, ein echter römische Held

 

Ryse - Son of Rome - ScreenshotRyse – Son of Rome beginnt gleich ziemlich unzimperlich: Man schickt uns sofort in den Kampf. Zu Beginn metzeln wir noch die sehr leichten Gegner um. Unsere Aufgabe: Rom vor den einfallenden Kelten beschützen. Wir kämpfen uns immer weiter vor. Das Spiel erklärt uns in einfachen Anzeigefenstern, welche Tasten wir wann drücken müssen. Schließlich gelangen wir in den Palast des Kaisers Nero. Darin angekommen, müssen wir unseren Herrscher noch vor einigen Gegnern beschützen und schließlich sperren wir uns weit unten in der Gruft mit dem Kaiser ein. Und dann fängt das eigentliche Spiel erst an. Marius Titus, so heißt unser Held, erzählt Nero seine persönliche  Geschichte:

Als stolzer Soldat der römischen Armee Marius Titus kehren wir in einem Heimaturlaub von Alexandria zu unseren Eltern in Rom zurück. Wir werden schon von unseren Vater Leontius erwartet, der uns gleich voller Freude in die Arme schließt. Wir möchten auch unsere Schwester und Mutter sehen, doch der Vater fordert uns zuerst zu einem Duell heraus. Was ein großer Fehler ist, aber dazu gleich mehr. In diesem Kampf lernen wir die Grundzüge des Kämpfens und Blocken von Ryse – Son of Rome. Daher können wir es auch als ein kleines Tutorial sehen. Auf einmal überfallen uns britannische Soldaten und wir müssen gleich unsere „neue erlernten“ Fähigkeiten ausführen. Und das in Rom und mitten am helllichten Tag. Schon komisch, oder? 😉 Wir kämpfen gegen einige Gegner und nachdem das geschafft ist, treffen wir unseren Vater am Brunnen von unserem Hauses. Mittendrin in einer Blutlache: Unsere getötete Schwester und unsere ebenfalls tote Mutter. Da fängt das Spiel mal schon sehr traurig an. Das schreit ja förmlich nach Rache. DAS KÖNNT IHR NICHT MIT UNS TUN!

Ryse - Son of Rome - ScreenshotDas denkt sich auch Marius Titus und brennt nach Rache. Unser Vater ebenfalls. Wie gut, das die Hauptstadt des römischen Reiches soeben von den Britannen angegriffen werden. Wir stillen unsere Rachegelüste und metzeln reihenweise feindliche Soldaten um. Wir kämpfen uns immer weiter in Rom voran und sehen ganz nebenbei auch noch das vollständige Kolosseum. Haben wir genug nieder gemetztelt treffen wir auf Vitallion, einen Kommandanten, welcher zufällig auch noch ein Freund von Leontius ist. Dieser verspricht uns Rache für die ermordete Familie und tut uns einen Gefallen, in dem er uns in seine XIV. Legion versetzt.

 

 

 

Streng linear, mit dem immer selben Ablauf

 

Der Spielumfang selbst ist in Ryse – Sone of Rome nicht riesengroß, dafür aber der benötigte Speicherplatz. Das Spiel bringt es auf rund 47 Gigabyte. Nicht schlecht. Neben der streng linearen Kampagne, die wiederum in Schlauchlevels vonstattengeht, gibt es noch einen Multiplayer-Modus in Form von Arenakämpfen im alten Rom. Die Kämpfe sind auch nicht gerade kreativ gelöst: Wir benötigen lediglich nur zwei Knöpfe zum Angreifen. Dazu haben wir noch einen Button zur Abwehr und einen um Attacken von Gegnern auszuweichen. Neben den immer gleich ablaufenden Kämpfen und den verschiedenen Tötungskombos am Schluss, Ryse - Son of Rome - Screenshotmüssen wir in manchen Situationen die so genannte Schildkröten-Formation einnehmen. Also Schilde nach vorne und oben. Gegnerischen Pfeilhagel abwehren. Schilde nach unten. Weitergehen. Und zum nächsten gegnerischen Angriff die römischen Schilde wieder nach oben. Und all das müssen wir befehlen. Im Laufe des Spiels erhalten wir immer mehr Erfahrungspunkte mit denen wir Marius, unseren Charakter, weitere verbesserte Fähigkeiten zuweisen können. Wir dürfen unter anderem die Gesundheit, Kampfgewohnheiten, Kombos und den Fokus so immer weiter verbessern. Haben wir einmal nicht genug Erfahrungspunkte zusammen gespart, können wir gegen Echtgeld über den Xbox Store uns die benötigten Sonderpunkte kaufen. Die Mikrotransaktionen aus dem mobilen Sektor lassen grüßen. Aber die brauchen wir erst gar nicht: Das Spiel überschüttet uns meist mit Erfahrungspunkten.

 

 

Ein Multiplayer, der eigentlich Koop ist

 

Ryse - Son of Rome - ScreenshotMan kommt heute selten an einen Triple A-Titel vorbei, der keinen Multiplayer-Modus beinhaltet. So auch bei Ryse – Son of Rome. Auch wenn es hier eher ein Koop-Spielmodus ist. In diesem können wir uns in einem Kolosseum und anderen Arenen als Gladiator versuchen und gegen scheinbar endlosen Gegnerhorden in Form von Barbaren kämpfen. Das können wir entweder alleine oder zusammen mit einem Freund erleben. In einem solchen Arenakampf können auch verschiedene Events auftauchen: Zum Beispiel ein feindlicher Turm, der uns mit Pfeilen abschießt. Unser Ziel: Den Turm vernichten. In dem zweiten Event können Statuen von römischen Gottheiten erscheinen, die uns wiederum unsere Lebensenergie und unseren Fokus erhöhen. Mittlerweile sind auch schon kostenpflichtige Multiplayer-DLCs erschienen, die neue Arenen in das Spiel bringen: In der Arena namens Henge etwa müssen wir Barbaren einen Schrein abnehmen und ihn für die Stadt Rom in unseren Besitz nehmen. In Aufstieg ist der Name Programm und wir müssen aus der Unterwelt unseren Weg freikämpfen. Die Kämpfe selbst sind im Mehrspieler genauso spektakulär inszeniert wie im Story Modus. Der Multiplayer-Modus macht zwar vor allem zu zweit sehr viel Spaß, man hätte aber viel mehr daraus machen können.

 

 

Spektakuläre Grafik & realistischer Sound

 

Die Entwickler von Crytek haben ganze Arbeit geleistet: Die Grafik sieht spektakulär gut aus. Knackige Texturen, ausgezeichnete Belichtung und gut inszenierte Spielumgebung. Egal in den sonnigen Straßen Roms oder bei den nebeligen Küsten Britanniens. Ryse – Son of Rome zeigt grafisch gesehen überall sein bestes Gesicht. Auch soundtechnisch überzeugt der Xbox One Launch-Titel. Die realistischen Geräusche machen einen sehr guten Eindruck vom Kampf im alten Rom. Auch die Synchronisation in das Deutsche ist gar nicht mal so schlecht, wie bei vielen anderen Spielen gewöhnt. Das einzig negative: Der Ladevorgang eines Levels dauert ziemlich lange und das bei 8 Gigabyte Arbeitsspeicher der Xbox One.

 

 

Fazit

 

Ryse - Son of Rome - ScreenshotMit Ryse – Son of Rome hat der Entwickler Crytek einen Durchschnittstitel abgeliefert. Die Story ist eher mau und ist ziemlich vorhersehbar. Die Levels sind sehr hübsch designt, aber sehr linear. Die Kämpfe sind sehr gut inszeniert, laufen aber immer gleich ab und selbst starke Gegner sind so leicht zu besiegen. Dafür ist die Grafik bombastisch und zeigt eindrucksvoll, welche Power in der Next Generation Konsole von Microsoft steckt. Für Spieler, die auf unkomplizierte Action stehen und Splatter mögen und natürlich eine Xbox One besitzen kommen voll auf ihre Kosten. Alle anderen sollten sich eher überlegen, ob sie bei Ryse – Son of Rome zugreifen sollten.

 

Bewertung: 6,5 von 10 Punkten

 

 

Was ist gut? Was ist zu verbessern?

 

Positiv  gut inszenierte Geschichte
Positiv  schön designte Levels
Positiv  atemberaubende Grafik
Positiv  kurzweiliger Koop-Spielmodus
Positiv  spektakuläre Kämpfe…

 

Negativ  …die aber immer gleich ablaufen
Negativ  lineare Schlauchlevels
Negativ  Klon-Gegner
Negativ  Story relativ kurz
Negativ  hoher Speicherplatzbedarf (47 Gigabyte)
Negativ  lange Ladedauer der Levels

 

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