Motorrad-Rennspiele gibt es nur wenige auf dem Markt. Wirklich gute Motorrad-Racer sind seltener als Plutonium auf der Erde. Im heutigen Test gehen wir der Frage nach, ob denn das Rennspiel Motorcycle Club, des Entwicklers Kylotonn Entertainment, eines dieser wenigen guten Rennspiele ist.

 

 

Story? Negativ.

 

Motorcycle ClubBeginnen wir mit der Story an: Unser Spielcharakter ist Rennfahrer und gleichzeitig Besitzer eines nicht besonders stark frequentierten Motorradklubs. Unser Ziel besteht darin Rennen zu fahren und diese auch zu gewinnen. Alles klar, das ist zumindest ausreichend Story für ein durchschnittliches Rennspiel. Der für uns zur Verfügung stehende Fuhrpark ist auch nicht gerade von schlechten Eltern: Offiziell lizensierte Marken soweit das Auge reicht. Von Honda, über KTM, bis hin zu BMW sind so ziemlich alle bekannten Vertreter diverser Motorrad-Rennevents mit dabei. Mit diesem Satz enden aber leider sämtliche positiven Aspekte von Motorcycle Club.

Insgesamt enthält Motorcylce Club 20 Strecken, auf denen mehr als 40 Herausforderungen gefahren werden können. Die Strecken sind allerdings teilweise so hässlich, dass wir uns lieber schon nach der ersten Runde vom Bike stürzen wollen. Hinzu kommt der Einsatz von beschädigten Streckenabschnitten, welche sämtliche Straßenmaschinen auf 85km/h bremsen. Wie durch ein Wunder können wir mit einem Cruiser problemlos mit mehr als 180 Sachen über die Holperpiste brettern. Wenn das so ist, werden Hard Enduro-Rennen in Zukunft wohl auch auf Harleys ausgetragen. 😉

 

 

 

22 lizensierte Bikes, aber kein Unterschied!

 

Motorcycle ClubDamit kommen wir auch schon zu den Motorrädern: Die 22 lizensierten Marken werden in die drei Klassen Superbikes, Roadster und Custom Bikes aufgeteilt, wobei sich über den Begriff „Custom“ bei Serien-Cruiser sichtlich streiten lässt. Alle drei Klassen müssen vor dem Rennen ausgewählt werden. Während des eigentlichen Rennens lässt sich willkürlich zwischen den drei vorher gewählten Zweirädern wechseln. Dieses Feature soll mehr Indivualität in die sonst langweiligen Rennen bringen – das gelingt allerdings nicht ganz wie gewünscht.

Ein Grund für die aufkommende Langeweile ist die überhaupt nicht gelungene Darstellung der Geschwindigkeit. Wenn es uns bei 260km/h laut Tacho vorkommt, als würde man mit Tempo 50 über die Landstraße gurken, kann irgendetwas nicht ganz stimmen. Die Steuerung ist ganz klar auf Arcade ausgelegt und funktioniert für unseren Geschmack viel zu aggressiv und ungenau. Rasen wir mit Geschwindigkeiten jenseits der 250 gegen Mauern passiert uns, abgesehen von Vibrationen am Controller, meist gar nichts. Erst nach mehreren solcher Treffer wird man vom Spiel zurückgesetzt.
Die KI der Gegner funktioniert für einen Arcade-Racer gerade noch ausreichend gut: Es ist zumindest nicht ganz einfach das Gegnerfeld weit abzuschütteln.

Motorcycle ClubDie Grafik stammt augenscheinlich aus dem vergangenen Jahrzehnt. Dieser Umstand würde nicht sonderlich stören, wenn der Rest des Spiels in Ordnung wäre. Die Texturen sind oft unscharf und auch die Objektdetails lassen zu wünschen übrig. Die Beleuchtung funktioniert dafür aber ganz gut.
Soundtechnisch bekommt man nach einiger Zeit womöglich einen Tinnitus, da fast alle Motoren, egal ob KTM’s V2 oder der BMW 1 Liter-Reihenvierer, wie ein kreischender 600er Vierzylinder klingen. Einzig die Cruiser klingen anders, nämlich wie eine Horde altersschwacher Rasenmäher.

Den Multiplayer des Spiels konnten wir zum Testzeitpunkt aufgrund akuten Spielermangels nicht testen. Das sagt wohl schon genug über das Spiel aus.

 

 

 

Albtraum für Motorradfans!

 

Somit kommen wir auch schon zum Fazit: Wer hofft in Motorcycle Club ein gutes Spiel, im Genre der Motorrad-Racer, zu finden ist an der falschen Adresse. Die arcadelastige Steuerung funktioniert nicht richtig und auch von einem ordentlichen Geschwindigkeitsgefühl sind wir kilometerweit entfernt. Die 22 lizensierten Motorräder sehen zwar schick aus, aber das ist auch schon einer der wenigen Vorzüge des Spiels. Der Sound ist, vor allem für Motorradliebhaber, eine Tortur. Daran ändert auch der Soundtrack nichts. Die Grafik istMotorcycle Club veraltet und den Mehrspieler-Modus konnten wir nicht testen, weil keine Spiele gefunden wurden.
Für Motorcycle Club sollte man keinesfalls den vollen Preis bezahlen, auch nicht wenn man ein totaler Motorrad-Fan ist. Wer sich das für uns schlechteste Motorrad-Rennspiel 2014 antun möchte sollte zumindest auf einen Abverkauf warten.

 

Für alle anderen gilt: Nicht verzagen, denn voraussichtlich im März 2015 erscheint mit RIDE, von Milestone Studios (MotoGP 2013, WRC4, MX GP) ein ziemlich sicher besseres Motorrad-Rennspiel.

 

Bewertung: 2 von 10 Punkten

 

 

Was ist gut? Was ist zu verbessern?

 

Positiv  lizensierte Motorradmodelle

Positiv  drei Klassen

Positiv  gute Beleuchtung

Positiv  Mehrspielermodus…

 

 

Negativ   …in dem zum Testzeitpunkt gähnende Leere herrschte

Negativ  veraltete Grafik

Negativ  schlechter Sound

Negativ  agressive & ungenaue Steuerung

Negativ  hässliche Texturen & Objekte

Negativ  unrealistische Modell-Parameter

Negativ  kein Geschwindigkeitsgefühl

Negativ  schlechtes Preis/Leistungsverhältnis

 

 

 

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