Endzeit-Spiele gibt es einige, ob Fallout, Metro 2033 oder Darksiders. Allesamt relativ actionlastig mit vielen Schießereien und mächtigen Bossgegnern.
Doch dass es auch ohne viel Geballer geht, beweist Ubisoft mit I Am Alive.
In unserem Test der PC-Fassung, zeigen wir euch wie es das düstere Survival-Adventure auch ohne übermäßiger Waffengewalt schafft zu überzeugen.

 

 

 

 

 

Zu Anfang der Kampagne sind wir am Rand unserer Heimatstadt. Wir, ein junger Familienvater sind auf der Suche nach Frau und Tochter. Doch was ist überhaupt passiert?

Irgendein Ereignis, so erfährt man recht schnell, was genau die Metropole Haventon zerstört hat und ob nicht nur die Vereinigten Staaten von der Katastrophe betroffen sind wissen wir und erfahren wir auch nicht. Unsere Ausrüstung, spärlich: ein leerer Rucksack, eine Taschenlampe, eine kleine Videokamera und eine Pistole ohne Munition.
Das Ziel: Zum Haus der Liebsten vordringen. Wir sind endlich dort, kein Mensch da, nur eine Nachricht unserer Frau. Weitergezogen, an einen sicheren Ort, heißt es auf dem alten Blatt Papier. Plötzlich eine Kinderstimme. Unsere Tochter? Nein, aber das Mädchen mit dem das eigentliche Spiel beginnt.

 

 

 

 

 

 

 

I Am Alive ist kein langes Spiel. Mit der Story braucht man etwa fünf Stunden, abhängig vom Schwierigkeitsgrad. Dafür ist das postapokalyptische Abenteuer aber auch kein Vollpreistitel. Der Download schlägt via Steam mit rund 15 Euro zu Buche. Je nach dem ausgewählten Schwierigkeitsgrad stehen uns unendlich bis keine Wiederholungen zur Verfügung, diese werden durch jeden Tod verbraucht. Um wieder mehr zu erhalten müssen wir anderen Überlebenden helfen. Diese verlangen mal einen Verbandskasten, mal Essensvorräte, wir werden aber nicht dazu gezwungen unseren Mitbürgern zu helfen. Sind wir besonders freundlich erhalten wir aber eine bessere Bewertung am Ende der Story.
Aber nicht alle Überlebenden sind so freundlich und danken für diese Hilfe. Denn es gibt auch Verbrecherbanden, die beispielsweise junge Frauen entführen und zur Prostitution zwingen. Um sich derer zu wehren, stehen uns im Spielverlauf nicht nur eine Pistole, sondern auch eine Machete und Pfeil und Bogen zur Verfügung. Mit deren Benutzung sollte man, wie auch mit der Ausrüstung und dem Proviant sehr stark haushalten.
Unsere höchste Anzahl von Patronen lag bei etwa der Hälfte der Kampagne bei fünf, von denen nach der Konfrontation mit einer Gang nur noch eine übrig war. Mit Pfeil und Bogen ist das schon etwas leichter weil man Ersteren wieder aus dem Feind ziehen kann. Jedoch kann man nur mit der Pistole Gegner einschüchtern, was aber auch nicht immer klappt.
Kurz gesagt sollte man, und das macht das Spiel aus, immer darauf Achten ausreichend Ressourcen dabeizuhaben.
Doch nicht nur die feindlich gesinnten Banden sind eine Gefahr, ein viel größeres Übel ist der Staub, der das gesamte Gebiet unter zehn Metern über dem Erdboden einhüllt. Er schränkt nicht nur die Sicht ein, sondern bringt uns auch um, sollten wir uns zu lange darin aufhalten. Im späteren Spielverlauf wird durch eine Atemmaske Abhilfe geschafft.

 

 

 

 

 

 

 

Postapokalyptische Spiele sollten düster und beklemmend wirken. In I Am Alive wird diese Stimmung durch die Farben erzeugt, und wie sieht das aus? Es gibt fast keine. Die Umgebung „erstrahlt“ in trüben Grau-Kontrasten, von lebendigen Farben weit und breit keine Spur. Einzige Hoffnung, ein Feuer. Und das wird in matten Orange-Tönen dargestellt. Ebenfalls in Farbe sehen wir markante Punkte, zum Beispiel rote Dachrinnen an denen wir eine Hausmauer emporklettern können.

Die Stadt ist tot und das bekommen wir die ganze Zeit über zu spüren. Eine drückende Stille erstreckt sich über die Spielwelt. Oder ein bedrohlicher Rhythmus scheucht uns über eine schwierige Kletterpassage. Das passiert automatisch wenn unsere Ausdauer unter ein Limit sinkt und die Gefahr in den Tod zu stürzen steigt.
Grafisch sieht man der Engine ihr Alter an, teilweise matschige Texturen und starkes Kantenflimmern fallen oftmals auf.
Nichts destotrotz kann sich I Am Alive sehen lassen, ich konnte mich selten so gut in ein Game hineinversetzten.

 

 

 

 

 

 

 

Ein Spiel der anderen Art, das ist I Am Alive auf jeden Fall. Neben all den bunten Action-Shootern mit blutigen Gefechten kann es leicht sein das Ubisoft’s Survival-Adventure etwas in der Masse untergeht.
Wer sich aber auf das düsteres Game mit beklemmender Atmosphäre und wenigen, aber taktischen Gefechten einlässt, wird mit Sicherheit nicht enttäuscht werden.

 

Von uns bekommt I Am Alive 8 von 10 Punkten.

 

Was ist gut? Was ist zu verbessern?

 

stimmige Atmosphäre
tolle Beleuchtung
passende Musik
emotionale Story
mehrere Schwierigkeitsgrade

 

starker Unschärfeeffekt
matschige Texturen
öfters träge und abwechslungsarm
Ranglistensystem passt nicht zur Atmosphäre

 

 

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