Wer ist das? Schwarzer Anzug, polierte Glatze und finstere Miene?
Na klar, der Hitman. War wohl nicht allzu schwierig.
Seit dem 20. November 2012 schleicht und meuchelt sich Nummer 47 wieder über die Monitore und Fernsehgeräte von PC- und Konsolenspielern. Hat es der alte Profi-Killer noch drauf? Unser Test der PC-Version von Hitman: Absolution gibt die Antwort.

 

 

 

 

 

 

 

Die Agentur hat einen neuen Boss und auch gleich den ersten Mordauftrag für uns. 47’s Zielperson ist zu dessen Bedauern aber die charmante und aus den Vorgängern bekannte Diana Burnwood.
Warum? Sie hat die Agency betrogen und sämtlich Daten gestohlen, und dass sieht Benjamin Travis, unser neuer Chef gar nicht gerne.
Also dann los. Wir schleichen uns heimlich in das abgesicherte Anwesen und finden uns schließlich im Badezimmer wieder. Der Mord wird in einer Zwischensequenz festgehalten. Doch noch vor ihrem Tod bittet uns Diana auf die 14-jährige Victoria aufzupassen. Als Gentleman, der er nun mal ist, nimmt 47 das Mädchen unter seine Fittiche. In den folgenden Aufträgen gilt es nun herauszufinden was die Agentur und der Bösewicht Dexter mit Victoria vorhaben.

 

 

 

 

 

 

 

Wie schon die Vorgänger setzt auch das neueste Hitman wieder auf individuell erfüllbare Aufträge. Ob man sich als Massenmörder durch die Reihen der Gegner metzelt, oder diese wie ein echter Hitman der alten Schule heimlich umschleicht, ist jedem selbst überlassen. Für erstere, nicht gerade Attentäter-mäßige Variante steht dem glatzköpfigen Killer ein ganz ordentliches Arsenal an Nahkampf- und Schusswaffen zur Verfügung. Diese lassen sich auch nach dem eigenen Belieben mit diversem Equipment modifizieren, sei es mit Schalldämpfern, vergrößerten Magazinen oder einigen Zielvorrichtungen. Geht man lieber still und heimlich vor, gibt es noch die altbekannte Klaviersaite oder das Ruhigstellen mit bloßen Händen.

Die Story von Hitman: Absolution ist mit rund 20 Stunden schon relativ lang. Rechnet man auch den Wiederspielwert der einzelnen Missionen mit ein kommt man auf wesentlich mehr. In den größteteils frei begehbaren Arealen lassen sich Verkleidungen, Waffen, Hinweise und weiteres entdecken. Wie man spielt spiegelt sich am Ende eines Gesamtkapitels in der Wertung wieder. Während man für das ausschalten von Nicht-Zielpersonen starke Punkte-Einbußen erhält, wird man wiederum reich belohnt wenn man still und heimlich vorgeht und die Zielperson verschwinden lässt als wäre sie nie da gewesen.

Eine etwas störende Sache gibt es allerdings beim Verkleidungssystem. Es gibt zwar Tarnungen zuhauf, diese sind aber nicht immer sinnvoll, so  muss man überlegen ob es so schlau ist, sich als Cop bei den Kollegen einzuschleichen, da diese den unbekannten Polizisten schnell enttarnen. Was etwas besser sein könnte ist die Zeit in der uns Feind als Eindringling erkennen. Das passiert nämlich selbst auf den niedrigen Schwierigkeitsgraden viel zu schnell, so haben uns beim Testen schon Cops erkannt obwohl wir in gut zwanzig Metern Entfernung einen Gang durchquert haben.
Sind wir entlarvt ist das Spiel aber natürlich nicht vorbei, denn ein wahrer Profi weiß sich in jeder Situation zu helfen. Durch einen Tastendruck täuschen wir unsere Aufgabe vor, kommt der Gegner zu nahe, wird er entwaffnet und auch gleich als Geisel genommen. Mit dieser Funktion haben wir es desöfteren aus brenzlichen Situationen herausgeschafft.
Um garnicht erst soweit gehen zu müssen, hat der Klon-Killer eine neue Fähigkeit erlernt, mit der wir alle Feinde und deren Laufwege aufdecken können. Dieser Instinkt ist selbstverständlich nicht unbegrenzt nutzbar, lädt sich aber vom Schwierigkeitsgrad abhängig wieder von selbst nach.

 

 

 

 

 

 

 

Grafisch ist Hitman: Absolution eine wahre Augenweide, zwar nicht ganz so atemberaubend wie vergleichsweise der Ego-Shooter Battlefield 3, aber dennoch sehr schick. Was die Entwickler von IO Interactive definitiv hervorragend beherrschen ist das Leveldesign. An buchstäblich jeder Ecke finden wir nutzbare Objekte und Hinweise. Noch beeindruckender ist, wie im Spiel große Ansammlungen von Menschen dargestellt werden, beispielsweise recht früh in der Kampagne in Chinatown zum Neujahrsfest. In den Massen kann man sein Ziel aus nächster Nähe unbemerkt verfolgen.

Die Beleuchtung funktioniert im gesamten Spielverlauf ebenso perfekt und macht die Atmosphäre durchgehend stimmig.
Auch beim Sound gibt es kaum etwas zu bemängeln. Die Hintergrundmusik ist super und sollte es mal zu einer Schießerei kommen klingt das auch hervorragend. Einziges Manko: Die nicht perfekte Lippensynchronität der tollen englischen und eher mäßigen deutschen Sprecher fällt oftmals stärker auf. Was es in der deutschen Sprachausgabe auch manchmal gibt, sind kleine Übersetzungsfehler, zum Beispiel wenn anstatt „We need to get going“ was übersetzt ja „Wir müssen los“ heißen müsste, „Das werde ich schon noch rausfinden“ wird. Dieses Problem ist aber eher trivial.

Was vielleicht eher stört sind einige Macken an der KI. Zum einen passen die Feinde akribisch auf was in der Umgebung los ist, aber entdecken uns zum anderen oft schon viel zu früh. In Gefechten reagieren die Gegenspieler durchaus realistisch und suchen aktiv nach Deckung, sind aber dann doch wieder so überfordert, dass man in der zwischenzeit leicht ein Versteck aufsuchen kann.

 

 

 

 

 

Einen richtigen Multiplayer wie beispielsweise in Assassin’s Creed gibt es in Hitman: Absolution nicht. Für Online-Spaß sorgt aber der Auftrags-Editor, der es ermöglicht eigene Missionen zu erstellen und für andere Spieler zugänglich zu machen. Um die Erstellung von Aufträgen zu erlernen gibt es als Erstes ein Tutorial, das die einzelnen Schritte erklärt. Im Prinzip läuft die Erstellung ab, wie ein Auftrag in der Kampagne. Man sucht sich eine interessante Zielperson aus und markiert diese, anschließend schaltet man sie aus und flüchtet. Kriterien für die Spieler des Mord-Auftrags werden aus dem eigenen Vorgehen gezogen. So gibt es einen Punktebonus wenn man eine bestimmte Verkleidung trägt oder mit einer bestimmten Waffe zuschlägt.
Das macht die von anderen Hitman-Spielern erstellten Herausforderungen zu einem tollen Erlebnis abseits der Haupthandlung.

 

 

 

 

 

 

 

Mit Hitman: Absolution hat IO Interactive den bisher besten Teil der Auftragskiller-Serie geschaffen. Das ursprüngliche Spielprinzip spiegelt den Geist der Vorgänger wieder und ist für wahre Hitman-Fans ein großartiges Erlebnis.
Mit einer sehr spannenden Story, toller Atmosphäre und enormer Dynamik fesselt Nummer 47’s Auftrag, von Bösewichten und der Agency gejagt um Dianas letzten Wunsch zu erfüllen, für eine lange Spielzeit an den PC und die Konsolen.

Hitman: Absolution erhält von mir 8,5 von 10 möglichen Punkten.

 

Was ist gut? Was ist zu verbessern?

 

packende, tolle Story
lange Spielzeit (20 Stunden)
super Zwischensequenzen
viele Leveldetails
passender Sound
stetig wachsende Anforderungen
guter Auftrags-Editor

 

unfair verteilte Kontrollpunkte
manchmal Übersetzungsfehler
KI enttarnt Verkleidungen absurd schnell
teils unnötige Spielboni

 

Interessante Artikel zu diesem Thema:
Test zu Hitman: Sniper Challenge
(Vorbestellerboni)
Gameplay-Video zu Hitman: Sniper Challenge

 

 

 

 

 

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