Jetzt fast schon im Winter sehnt sich wohl so mancher nach einer tropischen Insel mit weißen Sandstränden und malerischer Dschungelkulisse.
Doch man sollte aufpassen wo man Urlaub macht. Was ansonsten passieren kann, zeigt der Ego-Shooter Far Cry 3 bestens auf. Wie es so ist, auf einer Insel voller Piraten und Psychopathen zeigen wir euch im heutigen Test zum Open-World-Insel-Shooter.

 

 

 

 

 

Der geplante Traumurlaub in Südostasien wird für den Hauptcharakter Jason Brody und seine Freunde zum Alptraum.
Wie? Nun ja, bei einem Fallschirmsprung landen die jungen Amerikaner versehentlich auf den berüchtigten Rook Islands, einer Inselgruppe voller Piraten und Schmugglern.

Was noch schlimmer an den Inseln ist: Vaas Montenegro. Der „Angestellte“ des annähernd genauso verrückten Menschen- und Drogenhändlers Hoyt Volker verschleppt uns und unsere Kumpels.
Weil Jason und dessen älterer Bruder Grant so gar nicht auf Vaas‘ Gastfreundlichkeit stehen, flüchten sie aus der Gefangenschaft, um die Freunde zu retten. Während Jason erfolgreich entkommen kann, wird Grant aber getötet.
Wider Willen muss sich Jason einer Veränderung  stellen, vom verwöhnten Stadtmenschen zum knallharten Dschungelkrieger. Hilfe bekommt der junge Mann dabei von einigen sehr charismatischen Leuten, zum Beispiel dem als Drogenforscher arbeitenden Dr. Earnhardt, oder von Citra der hübschen Anführerin der Eingeborenen. Letztere ist zudem auch die Schwester des irren Vaas, hat aber so gar nichts mit ihm gemein.

Wird es Jason schaffen seine Freunde und den kleinen Bruder aus der Gefangenschaft zu befreien und von der Insel zu entkommen?
Das werden wir euch natürlich nicht verraten.

 

 

 

 


Far Cry 3 ist groß, und zwar wirklich groß. Wer den direkten Vorgänger gespielt hat wird wissen, das die riesige afrikanische Welt zwar fantastisch ausgesehen hat, aber in Sachen Nebenbeschäftigung karger als die Sahara war.
Im Nachfolger hat es der Entwickler Ubisoft Montreal zwar geschafft mehr herauszuholen, ist beim richtigen Balancing aber trotzdem wieder gescheitert. Man kann zwar nach verborgenen Relikten und Schätzen suchen, oder dem neuesten Trend in Videospielen, dem Jagen von Wild, nachgehen, doch letzten Endes ist die Spielwelt wieder etwas zu groß für den gebotenen Inhalt.

Die riesige Spielwelt ist bereits zu Beginn nahezu frei begehbar, um die Karte aufzudecken erklettern wir verstreute Funktürme. Wem das jetzt sehr bekannt vorkommt, der hat wohl zumindest einen Assassin’s Creed-Teil gespielt. Türme erklettern, die Karte synchronisieren und anschließend in einen Strohhaufen springen. Fast gleich läuft das ganze auch auf den Rook Islands ab. Wir erklimmen den Sendemasten, genießen eine 360° Rundum-Kamerafahrt und die Karte ist um ein Stückchen mehr aufgedeckt. Der Abstieg ist ähnlich spektakulär und schnell wie in der Meuchel-Serie, wir hängen uns einfach ins Drahtseil und rutschen auf den Erdboden zurück.
Bei einer so großen Welt ist zum Glück die Fortbewegung auf den Inseln abwechslungsreicher als in Far Cry 2. Anstatt stundenlang in Richtung Zielort zu rasen, allen paar Meter aus dem Fahrzeug zu steigen und wildgewordene Typen zu erschießen, gibt es im wieder Insel-Shooter mehr Abwechslung. Dazu gehören gelegentliche Rennen durch die Botanik, die den Weg zum Ziel aufregender machen. Was sowieso für das Autofahren spricht, ist das überarbeitete Fahrverhalten der Gefährte, aber dazu mehr im Technik-Teil.

Auch sehr beeindruckend ist die enorme Spielzeit. Die Solokampagne dauert in etwa 30 Stunden, für einen Ego-Shooter ist das schon beinahe ein Rekord. Ebenfalls mehr gibt es von Waffen und Zubehör, zum Glück. Somit lassen sich die Schießprügel je nach belieben mit diversen Ausrüstungen versehen und mit unseren erlernten Fähigkeiten verknüpfen. Einzig blöd ist, dass die meisten Waffen keine nennenswerten Vor- und Nachteile haben und es somit nicht relevant ist ob wir mit dem einen oder dem anderen Kriegsgerät einer Kategorie losziehen. Das Fähigkeiten-System ist in drei Unterkategorien eingeteilt und enthält etwas mehr als 50 freischaltbare Skills.

 

 

Alle Far Cry 3-DLC im Test:

 

 

 

 

 


Far Cry 3 beeindruckt enorm nicht nur Seitens der Geschichte. Die malerische Inselwelt mit grandioser Beleuchtung und dynamischen Tageszeitenwechsel, verschlingt den Spieler regelrecht.
Atmosphärisch ist Ubisoft’s Action-Shooter dank fantastischen Zwischensequenzen und realistischer Flora und Fauna einsame Spitze.
In Gefechten erfreuen wir uns an bildhübschen und donnernden Explosionen, an tollen Effekten und an den satten Waffensounds.

Wie vorhin schon kurz angesprochen wurde das Fahrverhalten aller Vehikel angepasst. Das macht das Fahren im Vergleich zu Genrevertretern um vieles besser. Vorallem aber macht’s auch viel Spaß, sich mit dem Auto präzise und verdammt schnell durch den Wald zu katapultieren.
Auch in Sachen KI hat das Actionspiel einiges zu Bieten. Die Feinde suchen gezielt nach Deckung und treiben uns mit gezieltem Granateneinsatz aus einer solchen heraus. Wenn wir uns den Piraten im offenen Konflikt stellen und somit weitreichende Aufmerksamkeit erregen, müssen wir uns auch fast immer einem Verstärkungstrupp stellen. Geht man hingegen leise vor und legt die Funkverbindung lahm, wird man garantiert nicht von ungebetenen Gästen belästigt.
Einziges Manko bei der sonst guten Gegner-KI sind gewisse Kniffe mit denen man diese leicht austricksen kann.

 

 

 

 


Der Multiplayer-Modus zu Far Cry 3 enthält neben den Modi Team-Deathmatch, Feuersturm, Kampfzone und Übertragung auch eine Koop-Kampagne für bis zu vier Spieler.
In Letzterer spielen wir in der Rolle eines von vier Mitgliedern einer betrogenen Schiffbesatzung. Unsere kleine Gruppe will Rache am Kapitän nehmen und so ballern wir uns durch sechs Kapitel der eigenen Kampagne. Jeder Spieler kann seine Ausrüstung und die Waffen frei auswählen, was mit der richtigen Kombination aus Nahkämpfern, Allroundern und Distanzschützen zu einer richtig guten Gruppe werden kann. Teamwork ist im Kampf auch des öfteren nötig, vor allem um verwundeten Teamkameraden wieder auf die Beine zu helfen. Zur Abwechslung können wir manchmal auch gegeneinander wilde Rennen mit dem Quad über Stock und Stein fahren.
Wie auch in der Story verdienen wir auch im Koop Erfahrungspunkte, mit denen wir unseren Charakter hochleveln dürfen.

Die anderen Mehrspieler-Modi funktionieren allesamt ziemlich ähnlich wie in den meisten anderen Ego-Shootern auch.
Team-Deathmatch dürfte wohl jedem klar sein, zwei Teams kämpfen gegeneinander, die bessere Mannschaft gewinnt.
Das System des Kampfzone-Modus wird auch so ziemlich jeder kennen. Zwei Teams müssen bestimmte Punkte auf der Karte einnehmen oder eben verteidigen.
Übertragung funktioniert ähnlich wie der Modus Rush in Battlefield 3, dabei müssen Sender eingenommen werden, bevor diese explodieren.
In Feuersturm gilt es die gegnerischen Stützpunkte in Brand zu setzten und somit ein verheerendes Inferno auszulösen.

Insgesamt fällt der Mehrspieler-Teil eher actionlastig mit schnellen Gefechten im Stil der Call of Duty-Reihe aus. Ebenfalls nicht neu sind die freischaltbaren Waffen und Fertigkeiten pro Levelaufstieg einer der vier Klassen. Diese sind auch nicht merkbar anders als in Genrevertretern.

Neben der Story gibt es also immer reichlich im Multiplayer zu tun.

 

 

 

 


Wahnsinnig sind nicht nur die meisten Protagonisten im Insel-Shooter Far Cry 3. Wahnsinnig ist auch das gesamte Spiel. Und zwar wahnsinnig gut.
Eine spannende Story verknüpft mit großer Spielwelt, super Grafik und tollem Mehrspieler-Teil. Einfach Wahnsinn.

Ok, ich glaube jetzt reicht’s schön langsam mit dem Wahnsinn und bevor ihr dieses Wort noch öfter lesen müsst, kommen wir zum Fazit.

Far Cry 3 ist definitiv das richtige für alle Fans von Games mit der besten Story in einem Ego-Shooter seit Jahren und einer offenen Spielwelt. Eine klare Empfehlung.

 

Bewertung: 9 von 10 Punkten

 

 

Was ist gut? Was ist zu verbessern?

 

große Spielwelt
lange Spielzeit (30 Stunden)
verbessertes Fahrzeughandling
glaubwürdige Charaktere
großartige Synchronstimmen
top Grafik

 

sich wiederholende Versatzstücke der Landschaft
Kampagne teils zu einfach
keine allzu großen Unterschiede bei den Waffen
schlechtes Balancing

 

 

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