Der Eiffelturm in Paris bricht zusammen, Hochhäuser in Berlin stürzen ein, wir ballern uns durch eine Burg in Tschechien, kämpfen uns in Afrika durch Slums, zerstören die halbe Skyline von New York City und rasen einer U-Bahn durch die Londoner Untergrund nach. Wem das schon zu viel Action ist, kann hier getrost aufhören zu lesen, denn in Call of Duty: Modern Warfare 3 gibt es nur hollywoodreife Action.

Einmal rund um die Welt und zurück. Das bringt das Finale der Call of Duty: Modern Warfare-Triologie. Die Geschichte setzt in Call of Duty: Modern Warfare 3 unmittelbar nach dem Ende von Modern Warfare 2 an.

Aber was kann der neueste Streich von Infinity Ward und Activision? Nur Action, keine Geschichte. Oder hat der Entwickler eine gute Balance gefunden? Wie ist der Spezialeinheiten Teil? Macht der Multiplayer-Teil mit den neuen Karten auch im dritten MW-Teil noch Spaß? Diesen Fragen gehen wir in unserem Test nach und bewerten den Shooter.

 

 

 

 

Zu Beginn des Spiels wird der Spieler schwer verletzt auf einer Trage von Price und Nikolai durch laute Straßenkämpfe getragen. Schließlich kommen wir in einem halbzerstörten Haus an und wir werden von einem Arzt versorgt. Zwischendurch kommen uns immer mehr Erinnerungsfetzen aus vergangenen Kämpfen hoch.

Doch die erste richtige Mission beginnt nicht mit unserem voher schwer verletzten Spieler, sondern als Leutnant Frost, ein Mitglied der US-amerikanischen Einsatzgruppe Delta. Wie auch bei den anderen Call of Duty-Teilen wechseln wir fast jede Mission die Person.
Unser erster Auftrag: Die Russen greifen New York City an. Eine Armee voll von Schlachtschiffen liegen im Hafen und auch die Bodentruppen dringen immer mehr in die Großstadt. Leider können die Amerikaner nicht zurückschlagen, da ein feindlicher Sender alle Funkverbindungen stört. Nun ist es unsere Aufgabe, diesen zu zerstören und damit New York doch noch vor dem Untergang zu bewahren.

Los geht’s! Wir kämpfen uns durch Häuserschluchten, werden fast von herunterfallenden Betonbrocken erschlagen, müssen uns mit unserer Einheit durch halb New York durchkämpfen. Die komplette Wall Street steht in Schutt und Asche, denn der feindliche Störsender steht auf dem Dach der bekannten New Yorker Börse. Los rauf auf das Gebäude: Wir schlagen uns durch unzählige Börsenräume, erschießen Dutzende Feinde und erreichen schließlich das Dach. Wir sprengen mit C4 den russischen Sendeturm und die erste Mission ist geschafft.

Bereits die erste Mission wird schon so eindrucksvoll inszeniert, dass man gar nicht mehr mit der Kampagne aufhören möchte. Überall fliegen Einzelteile von Hochhäusern durch die Gegend. An jeder Ecke explodiert irgendeine Bombe und daraus formt sich ein riesiger Feuerball. Die Missionen in MW 2 sehen dazu sehr niedlich und langweilig aus. Das ist gute Hollywood-Inszenierung.

Im weiteren Verlauf der Kampagne verschlägt es uns um die ganze Welt: Wir übernehmen in New York ein feindliches U-Boot und hindern die Gegner daran, eine Atombombe zu zünden. Oder wir müssen in Afrika vor einem herannahenden Sandsturm den Evakuierungsplatz erreichen. Jede Mission ist stark abwechslungsreich, es wird nie langweilig.

 

 

 

 

 

Die Kampagne kommt auf etwa sechs Stunden Spielzeit. Eifrige Spieler können die Story auch weit aus schneller abschließen. Diese kurze Storydauer ist mittlerweile im Shooter-Genre üblich geworden, da sich die meisten Entwickler nur mehr auf den Mulitplayer-Bereich konzentrieren.
Neben der normalen Kampagne ist in Call of Duty: Modern Warfare 3 der bekannte Multiplayer-Teil und ein Spezialeinheiten-Teil enthalten.
Den Multiplayer-Teil möchten wir an dieser Stelle nicht näher beleuchten, da wir noch später im Test darüber berichten werden.

 

Bereits in Modern Warfare 2 hat es einen Spezialeinheiten Spielmodus gegeben. Dieser teilt sich wiederrum in zwei verschiedenen Spielmodis auf. Zum einem in den klassischen Überlebenskampf und in „weltweite Ereignisse“-Missionen.

Im Ersteren gilt es gegen eine nie endende Gegnerhorde zu kämpfen. Durch das Abschießen der Feinde verdienen wir Geld, mit dem wir uns neue Waffen, Munition, und auch Luftunterstützung kaufen können. Dieser Überlebenskampf ist rundenbasiert: Dies bedeutet, dass es nach jeder Runde immer schwieriger wird zu überleben. Die Feinde kommen immer besser gepanzert, und auch explodierende Feinde sind in den späteren Runden keine Seltenheit mehr. In Modern Warfare 3 werden wir erstmals von Tieren, in Form von Hunden angegriffen. Dieser Überlebenskampf kann entweder alleine oder auch zu zweit gespielt werden. Dieser Spielmodus kann auf allen Multiplayer Karten gespielt werden. Diese müssen wir allerdings erst freischalten, in dem wir fleißig Erfahrungspunkte und im Rang aufsteigen (bekannt aus dem Multiplayer Teil).

Im zweiten Spielmodus der Spec-Ops Missionen werden teilweise Ereignisse aus der Kampagne in einem anderen Blickwinkel beleuchtet. In der vierten Kampagnen Mission etwa, müssen wir zum Beispiel den russischen Präsident im Flugzeug vor Entführern beschützen. Im Spec-Ops Modus übernehmen wir die Rolle der Entführer und müssen den Präsidenten innerhalb eines bestimmten Zeitlimits schnappen.
In jeder dieser Missionen gibt es die Möglichkeit bis zu drei Sterne, je nach abgeschlossener Spielzeit, zu erreichen. Diese Missionen sind Fehler intolerant, was diesen Spielmodus sehr spannend macht. Einmal gestorben und das Spiel ist vorbei, und auch der tickende Countdown schreitet umbamherzig voran.

 

 

 

 

 

Was wäre mittlerweile ein Shooter ohne Multiplayermodus? Auch in Call of Duty: Modern Warfare 3 ist der klassische Multiplayerteil enthalten. Dieser gliedert sich wiederum in Team Deathmatch, Abschuss bestätigt, Söldner, Frei für Alle, Herrschaft, Bodenangriff, Teamverteidiger, Sprengkommando, Sabotage, Hauptquartier Pro, Suchen und Zerstören und in Capture the flag-Modis unterteilen.

Im Spielmodus „Abschuss bestätigt“ wird ganz normales Deathmatch gespielt, nur müssen von jedem abgeschossenen Spieler so geanannte „Hundemarken“ gesammelt werden, um für den Abschuss Punkte zu gewinnen.
Bei „Frei für Alle“ ist jeder Spieler gegen jedem. Es gibt keine Freunde, alle sind Feinde.
Im schon von anderen Shootern bekannten Modus „Capture the flag“ wird die Fahne von gegnerischen Team gestohlen und in die eigene Basis gebraucht. Welches Team zuerst eine bestimmte Anzahl von Punkten erreicht gewinnt.

Die zahlreichen Multiplayer Karten sind für Anfänger viel komplizierter aufgebaut, als noch in Call of Duty: Black Ops. Es gibt viele verwinkelnde Ecken, an denen nur die Gegner lauern und einem eine Kugel in den Kopf schießen möchten. Die Eingewöhnungszeit ist deutlich länger als in den Vorgängern. Die meisten Multiplayer Karten sind Adaptionen von Kampagnen-Schauplätzen (wie z.B. die Londoner U-Bahn Station). Das Leveldesign dieser Karten sind nicht besonders gelungen und auch die Abwechslung hält sich in Grenzen. Eine Besonderheit im Vergleich zu den Vorgängern gibt es dennoch: Die Scharfschützen werden weniger bevorzugt, richtig gute Plätze zum Snipern gibt es sehr wenig bis nie.

Wir sind schon auf mögliche DLC-Karten gespannt, denn vielleicht wird bei diesen das Leveldesign etwas umgestellt.

 

 

 

 

 

Die Grafik von Modern Warfare 3 ist mit Battlefield 3 nicht zu vergleichen. In Sachen Technik hat Battlefield 3 im ewigen Duell die Nase klar voran. Der Shooter hat trotzdem eine hübsche Grafik, gute Lichteffekte, die matschigen Texturen fallen im Eifer des Gefechts nicht weiter sonderlich auf. Die Animationen und Partikeleffekte hat der Entwickler gut umgesetzt.

Der Sound der Waffen und der Kampfumgebung ist gut gelungen, allerdings ist die Synchronisation in das Deutsche wieder einmal nicht gut gelungen. Wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte daher unbedingt auf die englische Sprachausgabe wechseln.

 

Shooter-Fans werden um den neuesten Teil von Call of Duty wohl nicht herumkommen. Die Kampagne ist, auch wenn etwas kurz, gut gelungen. Die Geschichte treibt einem um die ganze Welt, überall gibt es bekannte Sehenswürdigkeiten zu sehen. Da kann man auch die etwas komische Geschichte (vor allem wie Yuri auftaucht) verschmerzen. Den Multiplayer-Fans wird ein guter Mehrspieler Modus mit zahlreichen neuen Spielmodis serviert. Auch die schon vom MW2 bekannten Spec-Ops Missionen überzeugen.

Alles in allem ist Call of Duty: Modern Warfare 3 ein würdiger Abschluss der Warfare-Triologie.

 

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten

 

 

 

Was ist gut? Was ist zu verbessern?

 

 abwechslungsreiche Umgebungen bei der Story
auch in den Missionen abwechslungsreiche Aufgaben
viele Schwierigkeitsgrade (vier)
viele Details
gute Soundkulisse
gelungene Rückblenden auf die Vorgänger
guter Spec-Ops Modus

 

langweiliges Leveldesign im Multiplayer
oft matschige Texturen
kein freies Speichern möglich
zu wenige Freiheiten als Spieler
Gegner verlassen oft in zu blöden Momenten die Deckung

 

 

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